Woher kommt der Schnee?

Ich stapfe durch Schnee und kein Ende. Der Traum, wie viele zuvor, weist mir den Weg der Beschwernis, ohne Aussicht, das Ziel zu erreichen. Je mehr mein Bemühen anwächst, desto länger, komplizierter, schwieriger wird es.

Dieses Mal also Schnee - mitten im Sommer, interessant. Ich breche auf zu einer Wanderung - riskant: das Ziel, eher der Umkehrpunkt ist fern, der Tag gut gefüllt, das zu schaffen.

Schnitt: Ich bin am Rückweg, der Himmel verfinstert sich, es beginnt zu schneien und in Nullkommanichts quäle ich mich durch hohen Schnee. Die Zeit drängt, es fährt kein Bus, nichts, was mir hilft realistischerweise den Ausgangsort zu erreichen. Die Erkenntnis, das Gefühl egal, wie sehr ich mich anstrenge, es geht sich nicht aus, bringt mich dazu, bewusst aufzuwachen. Ich will das nicht mehr. Mir reicht es - zu oft geträumt. Dieser Wege überdrüssig, dann lieber wach.

Die Frage: Woher kommt der Schnee? Woher all diese Hemmnisse auf meinem Weg? Ich weiß es, kenne es gut aus meinem real life: ich torpediere mich selbst. Ich lege mir Steine in den Weg, einen nach dem anderen, um das von mir festgesetzte Ziel nicht zu erreichen.

Ja, ich selbst habe dieses Ziel festgelegt in einem Augenblick des Wahnwitzes, der Euphorie, der Zuversicht, der Klarsicht, der Bestimmtheit, was immer. Aber da ist es. Ausformuliert, der Weg dahin betreten und dann?

Kommt die Angst, der Mut verpufft, Panik greift um sich. Will ich das überhaupt? Schaffe ich das? Was, wenn nicht - Beurteilung, Blamage. Zweifel, überall Zweifel.

Ausstiegsangebote werden gesucht und gefunden. Durchaus auch mal eine Krankheit. Tja schade, aber leider.... geht nicht mehr. Und das Ziel verabschiedet sich traurig mal ganz, mal vorerst. Der Torpeteur in mir ist zufrieden: noch einmal gut gegangen.

Ich selbst habe mich verraten, nicht nur einmal. Jetzt merke ich, dass es mir reicht - ich will das nicht mehr. Habe es satt, unbegangene, unvollendete Wege anzuhäufen. Ich möchte sie zu Ende gehen, ineinanderweben zu einem großen Ganzen - mein Traum-Lebensweg, der zu mir passt, der mir entspricht - mir und nicht meinem Denken über mich. Gehen wir gemeinsam los?

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