Meine Herzstimme hören

Wenn ich aufstehe in der Früh, denke ich: "Das wird mein Tag, meine Geschichte, mein Tun, mein Wirken." Es fühlt sich gut an, kraftvoll, hoffnungsvoll, doch mitunter vergeht der Tag und bleierne Ermüdung schleicht sich ein, hemmt mich. Verzagen, Trägheit und Unglauben an mich selbst und meine Fähigkeiten machen sich breit und Untätigkeit ist die Folge. Nichts Effektives, Konkretes geschieht - sieht mich nur an durch einen Schleier, kopfschüttelnd, vorwurfsvoll - wieder nichts, wieder nichts mit großen Taten, Aufbrüchen, Gesten, erfindungsreich, empfängnisvoll, wirkungsintensiv und zukunftsgerichtet. Je mehr der Tag voranschreitet, desto größer und machtvoller die Resignation bis hin zur endgültigen Aufgabe.

Doch am Abend regt sich Widerstand, Vorsatz tut sich auf. So darf es nicht weiter gehen, so nicht. Morgen, ja aber morgen wirklich. Das wird. Initiative, Wachheit, Einsatz, Alertsein. All das. Und wir sinken in den Schlaf mit dem Gefühl der Besserung.

Am nächsten Morgen die Erinnerung. Und der Wille, der feste Wille - hauruck, auf gehts. Aber da ist so viel, sooo unendlich viel, all das zu bewältigen unmenschlich, unmöglich. Jedenfalls für mich. Die selbstgemachte Überforderungsvision drückt mich ins Bett zurück und der Schmerz folgt ihr auf dem Fuß.

Da steht das Herz daneben und sieht sich das an. Und wundert sich. Einsatzbereit steht es da und wartet darauf, befragt zu werden, in Aktion zu treten. Aber nichts in diesem ganz Bild, nichts passiert. Dabei wüsste es, was zu tun, was zu lassen ist. Die tiefe Weisheit, die Wahrheit unseres Herzens bleibt oft ungeachtet, ungenützt. Dabei ist alles da, alles Wissen was es braucht.

Zeitersparnis, Kraftersparnis, Energieersparnis, Sinnlosigkeitsersparnis, wenn wir lauschen, vertrauen und danach handeln. Ganz spontan, ganz leicht , ganz frei.

Hören wir auf unser Herz. Das ist alles.

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