Aktivität

Aktivität heißt offen sein für das, was kommt. Nicht mehr.

Diese Erkenntnis bewegte mich heute Morgen, als ich darüber nachdachte, wie viel Aktivsein in meinem Wesen ist. Fazit: ich bin ein sehr aktiver Mensch!

Das überraschte mich angesichts meines Nichtstuns, das mir viel näher schien. Ja, es gibt Zeiten, da tue ich viel, da werkle ich, um aufzeigen zu können: da tut sich was, da rührt sich, da strengt sich an, da gewinnt an Form und Farbe, da darf zufrieden sein. Getrieben - nicht aktiv - getrieben. Wozu? Um der zu sein, der man nicht ist?

Ich zweifle an mir selbst, wenn ich nichts tue. Es überrollt mich alles, alle anderen überholen mich, ziehen vorbei an Tun und Lassen, an Wirken und Wollen. Und ich bleibe zurück. Wirkungslos. Einfallslos. Geschwächt. Gedemütigt. Ungebraucht. Ungewollt. Sinnlos. Es ist nicht so. Es fühlt sich nur so an.

Dann treibt man sich willenlos vor sich her, den Anschluss nicht zu verpassen, mitzumischen im Spiel des Lebens der anderen, der Allgemeinheit. Doch das ist falsch, das entspricht nicht meinem Wesen, das mir Einhalt gebietet und mich fragt, ob ich noch ganz gescheit bin. Was will ich dort, wo ich nichts zu suchen habe? Es hat sich ausgeträumt, dort zu sein, wo es mich verlangt, wo der Olymp dessen scheint, was erreichbar nie in den Sinn, nur in das Wollen geraten ist. Demütigend irgendwie, etwas nachzurennen, das suggeriert eigene Maxime wird, wenn man nicht aufpasst.

Und so wandelt sich das Blatt. Man wird bescheiden und uneifersüchtig. Mann maßregelt sich auf das Unsichtbare.

Die Wahrheit liegt dazwischen: Annehmen was kommt, ist die Herausforderung der Stunde. Jeder Stunde. Aktiv sein bedeutet ganz viel Bewusstsein für das, was kommen möchte und gelingt, wenn man bereit ist dafür. Dann ist das Tun ein Akt des Vollzugs dessen was bestimmt ist für mich und nicht ein Tanz auf dem Vulkan der nichts zu sagen hat.

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